Schon 1895 begann der deutsche Chemiker Beckmann, bekannt durch das nach ihm
benannte “Beckmann-Thermometer” den Gefrierpunkt der Milch zum Nachweis eines
Fremdwasserzusatzes auszunutzen. Der Amerikaner Hortvet arbeitete im Jahre 1920
intensiv mit dieser Methode und verbesserte sie in wesentlichen Punkten. Die ersten
Thermistor-Kryoskope wurden in den 60er Jahren auf dem Markt eingeführt. Allerdings
mussten diese noch vollständig von Hand bedient werden. Anfang der 70er Jahre
waren erstmalig automatische Thermistor-Kryoskope erhältlich. Damit gab es die
Möglichkeit, den Gefrierpunkt automatisch – per Knopfdruck – zu ermitteln.
Ein entscheidender Schritt bei der Verbesserung der Thermistor-Kryoskopie konnte
zur Messe “FoodTec 1984“ verzeichnet werden: Funke-Gerber stellte erstmalig ein
Gerät mit automatischer Kalibrierung vor. Diese erfolgreiche, intensive Entwicklungs-
arbeit fand einen weiteren Höhepunkt zur “FoodTec 1988“ wo Funke-Gerber eine voll-
automatische Gefrierpunktbestimmungsanlage mit einer Leistung von 220 Pr. / Std.
vorstellen konnte.
Mit der Einführung einer indirekten Messung des Gefrierpunktes (z. B. LactoStar) für
die Routineanalytik richtete sich das Interesse hauptsächlich auf Referenzgeräte,
welche in der Lage sind, den Gefrierpunkt gemäß den geltenden Normvorschriften
ermitteln zu können. Diese Geräte müssen strengsten Anforderungen hinsichtlich Mess-
genauigkeit gerecht werden, weil damit die Routinegeräte kalibriert werden. Zu diesem
Zweck entwickelte Funke-Gerber ein frei programmierbares Kryoskop mit einer Auf-
lösung von 0,1 m°C. Dieses Gerät hat in sehr vielen Laboratorien weltweit seine
Genauigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt.
Das Lieferprogramm wurde durch ein MehrprobenGerät (CryoStarautomatic) erweitert.
Seit Januar 2007sind diese Geräte mit einem grafischen Farb-Display ausgestattet.
Dadurch wurde es möglich, die gesamte Gefrierkurve, insbesondere den Vorgang der
Plateausuche, mit einer patentierten Darstellung auf dem Bildschirm anzuzeigen.
Der Gefrierpunkt von reinem Wasser ist die Temperatur, bei der Eis und Wasser
miteinander im Gleichgewicht stehen. Wenn lösliche Teile dieser Flüssigkeit hinzu-
gefügt werden, erniedrigt sich der Gefrierpunkt (er wird kälter), weil die Fähigkeit der
Wassermoleküle von der Oberfläche zu entweichen, verringert wird. Fett hat keinen
Einfluss auf den Gefrierpunkt, da es in Wasser nicht löslich ist.
Die Milch wird auf –3°C abgekühlt (unterkühlt) und durch mechanische Vibration zur
Kristallisation angeregt. In Folge dieses Gefriervorgangs steigt die Temperatur durch
die frei werdende Gitterenergie rasch an und stabilisiert sich auf einem bestimmten
Plateau, das dem Gefrierpunkt entspricht.
Der Gefrierpunkt von Flüssigkeiten ist nicht irgendeine Temperatur, sondern er ist
genau die Temperatur, bei der sich ein Teil der Probe im flüssigen Zustand und ein
anderer Teil der Probe im gefrorenen Zustand befindet, wobei beide Teile sich im Gleich-
gewicht befinden. Zum Messen des Gefrierpunktes muss die Probe daher in genau
diesen Zustand gebracht werden. Dazu ist eine bestimmte Prozedur erforderlich,
die folgendermaßen funktioniert:
Zuerst muss die Probe unter Rühren unter ihren eigentlichen Gefrierpunkt abgekühlt
werden. Das Rühren ist aus 3 Gründen notwendig:
Wenn eine Flüssigkeit kälter ist als ihr eigentlicher Gefrierpunkt, dann ist dieser
Zustand nicht stabil. Man nennt diesen Zustand ‚metastabil‘. Schon kleine Einwirkungen
wie z. B. das Schlagen an die Glaswand mit einem harten Gegenstand bewirken,
dass das Gefrieren einsetzt und sich wie eine Lawine so weit fortsetzt, bis dass die
beim Gefrieren freigesetzte Schmelzwärme die Temperatur der Probe so weit erhöht hat,
dass der Gefrierpunkt der Probe erreicht ist und sich gefrorene Teile mit noch nicht ge-
frorenen Teilen der Probe im Gleichgewicht befinden.
Ein Kryoskop muss also dann, wenn die Probe hinreichend kälter ist als ihr eigentlicher
Gefrierpunkt, das Gefrieren auslösen. Was ist ‚hinreichend kälter‘? Nun, das Ziel ist es,
dass beim Gefrieren soviel Eis sich bildet, dass es bei der normalen Größe von Eis-
kristallen überall in der Probe solche Kristalle gibt, aber die Probe noch nicht zu sehr
durchgefroren ist. Bei Milchen hat es sich im Laufe der Zeit als optimal erwiesen, das
Gefrieren bei etwa –2°C bis –3°C auszulösen.
Nach dem Auslösen des Gefrierens steigt die Temperatur der Probe, weil die Schmelz-
wärme beim Gefrieren freigesetzt wird. Sie stabilisiert sich dann auf einem bestimmten
Wert, der Plateau genannt wird. Das Kühlbad zieht außen immer weitere Wärme aus
der Probe, und in demselben Maße wie dies geschieht, gefrieren weitere Teile der Probe
und setzen damit ihre Schmelzwärme frei. Damit bleibt die Temperatur gleich – jeden-
falls so lange, wie noch flüssige Teile der Probe vorhanden sind. Dieses Plateau dauert
einige Minuten. Den Gefrierpunkt bestimmt das Kryoskop aus den Temperatur-Mess-
werten des Plateaus. Dazu gibt es Vorschriften.
Wenn der Wärme Entzug aus der Probe zu gering ist, dann dauert das Abkühlen zu
lange. Ursache dafür ist entweder das Kühlbad oder der Rührstab. Das Kühlbad muss
mindestens 6°C kalt sein und es muss gut zirkulieren, um die Wärme aus der Probe
ableiten zu können. Der Rührstab muss gleichmäßig mit einer Amplitude von ca. 3-4mm
rühren. Bei Abkühlfehlern muss man deshalb zuerst die Kühlbadtemperatur mit einem
Thermometer messen, dann mit einem leeren Probenglas die Kühlbad-Zirkulation
kontrollieren. Danach schaut man nach, ob der Rührstab frei schwingen kann und
nicht irgendwo anstößt oder schleift.
Anschließend überprüft man die Rührstabsamplitude.
Dazu gibt es ein spezielles Menü im Gerät. Als Richtwert gilt nicht irgendeine Zahl auf
dem Display diese ist nur als Anhaltspunkt gedacht sondern man betrachtet die Spitze
des schwingenden Rührstabes und stellt ihn so ein, dass die Umkehrpunkte (Amplitude)
etwa 3-4 mm auseinander liegen. Dann füllt man 2.5 ml Wasser in ein Probenglas, hält
dieses von unten an den Thermistor, so dass der Rührstab das Wasser rührt und
kontrolliert, ob der Rührstab auch im Wasser gut schwingt. Wenn alles überprüft und
richtig eingestellt ist, macht man eine Probemessung mit Wasser und beobachtet dabei
den Temperaturwert im Display. Die Zeit, die das Gerät braucht, um eine Probe von
Raumtemperatur (20°C bis 25°C) bis auf -2°C abzukühlen, sollte ziemlich genau 1 Minute
betragen. Dann sind Kühlbad und Rührstab richtig eingestellt.
Dauert das Abkühlen weniger als 45 Sekunden, dann ist das Kühlbad zu kalt oder die
Rührstärke ist zu stark eingestellt. Dauert das Abkühlen mehr als 75 Sekunden, dann
ist das Kühlbad zu warm oder zirkuliert zu schlecht oder der Rührstärke ist zu gering.
Tritt der ‚Fehler beim Abkühlen‘ auf, nachdem Kühlbad und Rührstab auf korrekte
Funktion überprüft sind, dann müssen der Thermistor und die Kalibrierung des
Gerätes überprüft werden. Falls das Gerät grob fehlkalibriert ist, findet es seine
Temperaturskale nicht und kann deshalb auch keine richtigen Temperaturen messen.
Der Zustand einer Probe ist nicht stabil, wenn sie kälter ist als ihr Gefrierpunkt. Es kann
daher immer vorkommen, dass eine Probe durch eine unbeabsichtigte Einwirkung oder
von sich aus gefriert, bevor das Gerät das Gefrieren auslöst. Es gibt mehrere mögliche
Ursachen dafür: Bei zu starkem Rühren oder wenn der Rührstab irgendwo schleift kön-
nen Erschütterungen auftreten und das Gefrieren auslösen. Je länger das Abkühlen dau-
ert, desto mehr Zeit hat die Probe, um von sich aus zu gefrieren. Deshalb muss das Ab-
kühlen so schnell wie möglich erfolgen. Falls sich Schmutz in der Probe befindet, kann
dieser das Gefrieren auslösen.
Wenn die eingestellte Temperatur für das Unterkühlen (die ‚Schlagtemperatur‘) erreicht
ist, schlägt das Gerät gegen die Glaswand des Probengläschens, um das Gefrieren
auszulösen. Nun sollte die Temperatur ansteigen. Als Kriterium hierfür gilt eine Tempe-
raturerhöhung von mindestens 0,1°C. Bei Wasser oder Kalibrierlösungen ist dies auch
immer der Fall, wenn der Rührstab so eingestellt ist, dass er kräftig gegen die Glaswand
schlägt. Bei Milchen ist dies manchmal nicht der Fall.
Es gibt Milchen, die schwer gefrieren. Sollte dieser Fehler nur gelegentlich bei einzelnen
Milchen auftreten, erwärmt man die betreffende Milch auf ca. 40°C, lässt sie wieder
erkalten und misst nochmal. Wenn dieser Fehler dagegen in einer bestimmten Region
häufig auftritt, dann ist es besser, die Schlagtemperatur abzusenken, so dass die Proben
stärker unterkühlt werden und deshalb leichter gefrieren. Tritt dieser Fehler auch bei
Kalibrierflüssigkeiten auf, dann stimmt die Kalibrierung des Gerätes nicht oder es ist
Kühlbadflüssigkeit in die Probe gelangt.
Dieser Fehler kann nur auftreten, wenn die “Plateau Such Methode” nach IDF zum
Bestimmen des Gefrierpunktes verwendet wird. Bei dieser Methode muss während
des Plateaus der Temperaturwert für eine bestimmte Zeit innerhalb eines festgelegten
Bereiches sein. Dabei kann es vorkommen, dass eine bestimmte Milch dieses Kriterium
nicht erfüllt. Dann muss von dieser Milch eine zweite Probe gemessen werden. Tritt die-
ser Fehler plötzlich häufig auf, obwohl das Gerät ansonsten korrekt arbeitet, dann ist
der Fehler im Thermistor oder in äußeren Störeinflüssen zu suchen.
Beim Starten einer Messung oder Kalibrierung testet das Gerät den aktuellen Wert des
Thermistors. Dessen elektrischer Widerstand ist bekanntlich eine Funktion der Tempe-
ratur. Dieser elektrische Widerstand wird von einem ADC (Analog-Digital-Converter) in
eine Zahl übersetzt, die dann vom Gerät weiterverarbeitet wird. Hat nun der Thermistor
einen Kurzschluss oder eine Unterbrechung, so ist sein Widerstand null oder unendlich,
was beides bei einem funktionsfähigen Thermistor nicht sein kann. In diesem Fall startet
das Gerät die Messung nicht.Ist die Temperatur, die sich aus dem aktuellen Wert des
Thermistors zusammen mit den im Gerät gespeicherten Kalibrierkonstanten ergibt, käl-
ter als +1°C (was bei einem Thermistor, der sich in einer neuen, d. h. in einer noch war-
men Probe befindet, nicht sein kann), dann startet das Gerät die Messung auch nicht.
Einschalten: Das Gerät muss beim Einschalten auf dem Display die Anfangs Meldung:
„CryoStar I (bzw. CryoStar automatic), Funke Gerber“ anzeigen.
Mögliche Fehler:
- Sicherungen am Netz-Anschlussblock
- Sicherung auf Haupt-Leiterplatte
- Haupt-Gleichrichter. Nachmessen: Spannung am Haupt-Kondensator muss mindestens
11 V betragen
- Netztransformator
- Fehler auf Haupt-Leiterplatte
- Display oder Kabel zum Display defekt
Abkühlphase: Das Gerät soll innerhalb einer angemessenen Zeit eine Kühlbad Tempera-
tur von mindestens -6 °C erreicht haben. Diese Zeit hängt von der Umgebungstempera-
tur ab, soll aber nicht über 20 Minuten dauern.
Mögliche Fehler:
- Luft-Zufuhr nicht in Ordnung. Lüftungsschlitze an den Seiten des Gerätes verstopft,
Gerät innen verschmutzt
- ein Ventilator ist ausgefallen
- Ventilator-Steuerung defekt. Nachmessen: an den Ventilator-Anschlüssen soll die Spannung ca. 24-26 V betragen
- Kühlblock hatte Hitzeschaden und ist jetzt defekt
- Kühlblock-Steuerung defekt. Nachmessen: an den Peltier-Anschlüssen soll bei voller Kühlleistung ca. 6-10 V zu messen sein
- Zirkulation nicht vorhanden oder zu gering: Wenn man (bei abgenommenem Deckel) ein leeres Probenglas in die Messstelle taucht und wieder herausnimmt, soll die Kühlbad-Flüssigkeit innerhalb von ca. 1 bis 2 Sekunden nachgeströmt sein
Mögliche Fehler:
- Kühlbad-Flüssigkeit eingedickt
- Flüssigkeit austauschen
- zu wenig Kühlbad-Flüssigkeit und deshalb Luft in der Leitung: Flüssigkeit nachfüllen
- Pumpe blockiert. Gerät ausschalten, Deckel öffnen, von Hand vorsichtig den Rotor des Pumpenmotors drehen: Soll sich leichtgängig drehen lassen. Wenn nicht (Fremdkörper in Pumpe): Pumpe und Leitung ausspülen
- Pumpen-Steuerung defekt. Nachmessen: An den Pumpenmotor-Anschlüssen soll die Spannung ca. 24-26 V betragen
- Pumpenmotor defekt: Motor austauschen
- Welle zwischen Pumpenmotor und Pumpe defekt: Pumpenmotor ausbauen, Welle kontrollieren
- Gerät meldet beim Start einer Messung ‚Lift Fehler‘: Mögliche Fehler sind:
- Endlagenschalter am Lift defekt
- Kabel vom Messkopf zur Haupt-Leiterplatte defekt
- Leiterplatte im Messkopf defekt
- Gerät zeigt direkt nach dem Start der Messung einen viel zu kalten Wert auf dem Display, schlägt und meldet ‚nicht gefroren‘. Kommt nur bei älteren Firmware Versionen vor. Ursache:
- Thermistor ist defekt. Thermistor wechseln, neuere Firmware Version installieren
- Rührstab lässt sich nicht richtig einstellen
Mögliche Ursachen:
- Rührstab wurde bei einem Thermistorwechsel verbogen und berührt jetzt den Thermistor-Schaft
- Rührstab geradebiegen und Thermistor korrekt einsetzen, so dass der Rührstab frei schwingen kann
- oberer Teil des Rührstabes hat einen Ermüdungsbruch: Rührstab austauschen
- Rührstab wurde falsch herum eingesetzt. Der Magnet im Rührstab muss so orientiert sein, dass er von der jeweils stromführenden Spule angezogen und nicht abgestoßen wird. Rührstab richtig herum einsetzen
- Gerät misst und lässt sich kalibrieren, aber Messwerte streuen und driften
Mögliche Ursachen:
- Thermistor defekt. Irgendwo am Thermistor sind Mikro Risse aufgetreten, durch die nun Feuchtigkeit eindringen kann. Dadurch werden die elektrischen Eigenschaften des Thermistors verfälscht, so dass der Thermistor ausgetauscht werden muss
- unsaubere Probengläser
- Kühlbad-Flüssigkeit ist an den Thermistorschaft gelangt. Jemand hat eine Messung gestartet, ohne dass in Probenglas eingesetzt war. Dadurch ist der Thermistor in die Kühlbad-Flüssigkeit eingetaucht und die Reste davon, die am Thermistor schaft kleben, gelangen nach und nach in die folgenden Proben
Die meisten Fehler, die bei der Benutzung des Gerätes gemacht werden, sind Fehl-
Kalibrierungen. Das Kalibrieren eines Kryoskops ist eine notwendige Voraussetzung
für jegliche Benutzung. Aus messtechnischen Gründen ist es erforderlich, zum
Messender Temperatur der Probe einen Thermistor zu verwenden. Thermistoren
habeneinen sehr großen Temperatureffekt, der für Auflösungen von mehr als 1 m°C
notwendigist.
Leider ist die fertigungstechnisch verursachte Schwankungsbreite der
Widerstandswerte dieser Bauteile so groß, dass man im Kryoskop den Temperatur-
Nullpunkt (0°C) meistens mit einer Pre-Kalibration ermitteln muss, bevor man das
Gerät mit einem neuen Thermistor kalibrieren kann.
Es ist davon auszugehen, dass nach einem Thermistoraustausch die A-Kalibrierung
nicht erfolgreich durchgeführt werden kann. Der Grund dafür ist, dass das Gerät
zuerst die eingestellte Schlagtemperatur erreichen muss und dann nach dem
Schlageneine Erhöhung der Temperatur erkennen muss (als Kennzeichen dafür,
dass das Gefrieren eingesetzt hat).
Dies ist jedoch nicht gegeben, weil die Werte des neuen Thermistors nach
Berechnung mit den Kalibrierkonstanten des alten Thermistors falsche Tempera-
turen ergeben. Deshalb ist eine sogenannte Pre-Kalibrierung erforderlich, bei der
das Gerät nicht auf die Temperaturen achtet, sondern eine reinzeitgesteuerte Mess-
Prozedur durchführt. Anschließend sind die Kalibrierkonstanten soweit an die
Eigenschaften des neuen Thermistors angepasst, dass sowohl die A- als auch die
B-Kalibrierung erfolgreich durchgeführt werden kann.
Leider ist es häufig anzutreffen, dass bei der Kalibrierung die mit Kalibrierlösungen
gefüllten Probengläser verwechselt werden oder dass der verkehrte Menüpunkt
ausgewählt wurde.
Verwechslung A-Kalibration anstelle B-Kalibration:
Die gesamte Temperatur-Skale des Gerätes ist anschließend verschoben. Beim Nachmessen der Kalibrier-Lösungen erhält man vertauschte Werte und ein vertauschtes Vorzeichen.
Beispiel: A-Kali mit 0,000
A-Kali mit 0,000
B-Kali mit –0,557
A-Kali mit –0,557 (Fehlbedienung)
Nachmessen B-Lösung: ergibt 0,000
Nachmessen A-Lösung: ergibt 0,557
Verwechslung A-Lösung mit B-Lösung:
Zunächst gelingt die A-Kalibrierung ohne Besonderheiten. Bei der B-Kalibrierung
meldet das Gerät den Fehler „unkalibriert“ oder „Thermistor defekt“ und bleibt in
einem unkalibrierten Zustand.
Dies ist der am häufigsten auftretender Fehler. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Der Thermistor ist (wurde) abgebrochen: Dies erkennt man daran, dass die Anzeige
ständig, ohne jegliche Änderung auf einem negativen Wert verharrt.
2. Die Thermistor-Klebung ist undicht: Dies zeigt sich mit extrem instabilem
Messverhalten. Die Wiederholbarkeit ist sehr schlecht, z. B. Schwankungungen von
ca. ±0,1°C. In beiden Fällen muss der Thermistor ausgetauscht werden.
Der Rührstab schwingt nicht frei:
Der Rührstab muss sich frei in dem dafür vorge sehenen Schlitz bewegen können.
Er darf auf keinen Fall den Thermistor an irgendeiner Stelle berühren. Besonders
beim Thermistortausch muss darauf geachtet werden.
Die Rührstabsamplitude ist nicht groß genug:
Die Abkühlung der Probe erfolgt nicht gleichmäßig und dauert deutlich länger als
1 Minute. Bei richtig eingestelltem Rührstab beträgt die Abkühlzeit ziemlich genau
1 Minute. Die Rührstabsamplitude muss ca. 3 ‑ 4 mm betragen. Gegebenenfalls
muss der Rührstab entsprechend eingestellt werden.
Die Rührstabsamplitude ist zu groß:
Es kommt des Öfteren zu vorzeitigem Gefrieren der Probe.
Da bei einer Sahne mit ca. 40 % Fettgehalt die für den Gefrierpunkt relevante Flüs-
sigkeitnur noch 60 % Probe-Volumen aufweist, wird empfohlen das Probe-Volumen
auf ca. 3 ml zu erhöhen. Des Weiteren sollte die Auslösetemperatur (Schlagtempe-
ratur) auf -3°C, gegebenfalls bei häufigem Nichtgerfrieren der Probe, auf -3,2°C
eingestellt werden. Möglicherweise muss auch die Schlag-Stärke des Rührstabes
geringfügig erhöht werden.
Empfohlene Einstellwerte:
| Bezeichnung | Einstellwerte |
|---|---|
| A-Kalibrierwert | 0,000°C oder -0,408°C |
| B-Kalibrierwert | -0,557°C oder -0,600°C |
| Basiswert | -0,520°C (Grenzwert EU) Dient lediglich zur Berechnung des prozentualen Fremdwassergehaltes. |
| Schlagtemperatur | -2,00°C ( -3,00°C Minimum) |
| Modus | Celsius |
| Plateau | Plateau-Suche: 0,4 m°C / 22 s |
| Festzeit: | 50 s |
| Maximum: | 0,2 m°C |
| Sprache | freie Wahl |
| Rührstab / Amplitude | 3 - 4 mm |
| Rührstab / Frequenz | Achtung: den eingestellten Wert nicht verändern. Die Werte liegen je nach Exemplar zwischen 95 Hz und 104 Hz. Rührstab / Schlagstärke. Die Schlagstärke sollte so groß eingestellt sein, dass beim Erreichen der Auslösetemperatur (z.B. -2°C) ein relativ lautes Geräusch entsteht. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Schlagstärke nicht zu groß wird, weil es dadurch zum Zerbrechen des Probegläschens kommen könnte. Die Einstellwerte liegen etwa zwischen 40 % und 50 %. |
Zukunftssicher und flexibel:
Festzeit-Messung, Plateausuche und Maximumsuche stehen zur Verfügung. Sie können
alle dafür relevanten Parameter frei programmieren. Selbstverständlich werden diese
auch protokolliert. Damit lässt sich das Gerät auf alle nationalen und internationalen
einstellen.
Komfortabel:
Die Bedienung erfolgt menügeführt in der Sprache Ihrer Wahl. Derzeit sind Deutsch, Eng-
lisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch und
Ungarisch vorhanden.
Leistungsfähig:
Ein neues Kühlsystem sorgt für schnelle Betriebsbereitschaft auch bei höheren Umgebungs-
temperaturen (bis ca. 32°C). Schnell: Je nach Einstellung können bis zu 40 Proben pro
Stunde gemessen werden.
Vielseitig: Das Gerät hat einen parallelen Anschluss (für übliche Drucker) und kann mit der
seriellen Schnittstelle an einen PC angeschlossen werden. Hiermit ist es möglich, die Gefrier-
kurve während der Messung auf dem Bildschirm abzubilden und wenn erwünscht, zu spei-
chern. Eine leistungsfähige Zoom-Funktion rundet das Bild ab. Die dafür notwendige Soft-
ware ist im Lieferumfang enthalten.
Bedienungsfreundlich: Das Gerät ist unkompliziert in der Handhabung. Der prozentuale
Fremdwassergehalt wird direkt angezeigt und ausgedruckt. Die Kalibrierung wird automatisch
durchgeführt. Alle Einstellungen und Kalibrierwerte sind dauerhaft in einem nichtflüchtigen
Speicher abgelegt.